Pimp your App – Was tun, wenn die User nicht wollen?

Am Anfang steht immer die gute Absicht: Schlankere Prozesse. Bessere Kommunikation. Informationen “at your fingertips” oder eine "offensichtlich" disruptive Produktidee. 

Doch nicht immer geht die Rechnung auf. Oft nutzen Anwender die App fast gar nicht, oder nicht regelmässig. Oder sie springen sofort wieder ab. Oder sie laden die teuer entwickelte Lösung nicht einmal herunter.

Du hast eine App, doch niemand nutzt sie?

Das kann viele Ursachen haben. Und noch mehr Lösungen. In diesem Beitrag stellen wir häufige Gründe für das Scheitern von Apps vor und zeigen mögliche Lösungsansätze.

Deine App wird scheitern, wenn:

  • kein echter Mehrwert im Kontext der Zielgruppe/Enduser
  • schlechte Nutzerfreundlichkeit / Usability
  • nicht selbsterklärend
  • kein "Wow"-Effekt auslösbar
  • zu hoher Preis
  • störende inApp Werbung (Mobile Ads)
  • schwaches Inhalts-/Content Management
  • schlechte Kommunikation und App Vermarktung
  • zu starke Konkurrenz
  • zu hohe Speicher oder Datennutzung der App
  • mühsames Setup / schlechtes User Onboarding

Etliche der hier genannten Gründe sind klar, und auch die nötigen Massnahmen zur Verbesserung liegen auf der Hand. Die wohl wichtigste Frage gleich zu Beginn - Hast du die Endnutzer bei der Entwicklung deines Werteangebotes einbezogen? Hast du deine Zielgruppe beobachtet, mit ihnen gesprochen und daraus deine Hypothesen formuliert? Falls nicht, wäre dies ein guter Anfang.

Ein paar Möglichkeiten, wie einige der genannten Risiken minimiert werden können, stellen wir hier vor:

Klarer Nutzen für Enduser

Damit das Risiko einer Ablehnung durch die Zielgruppe minimiert werden kann, empfehlen wir, die Endnutzer in den Entwicklungsprozess zu involvieren. Bereits lange vor dem Programmieren der Software können sogenannte Customer Insights gefunden, Hypothesen validiert und klickbare Prototypen mit der Zielgruppe getestet werden. Das digitale Angebot kann und sollte noch vor der eigentlichen Entwicklung in Kooperation mit den Enduser entstehen, um die Chancen auf den Erfolg zu vergrössern. Das Ziel soll sein, dass der User einen "Wow"-Effekt aufgrund des guten Nutzen erlebt und dieses Erlebnis auch weitererzählt. 

UX Design & Usability Testing

Unserer Meinung nach ist ein gutes Nutzererlebnis eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche App. Eine App soll nicht nur gut funktionieren und einen echten Mehrwert im Kontext bieten, sondern auch schön aussehen, Spass machen und ein hervorragendes Nutzererlebnis bieten. Folgende Massnahmen helfen, dies zu erreichen:

  • Top UX Experten und Designer im Projektteam haben
  • Usability Testings mit Endusern durchführen und Erkenntnisse ins Design einfliessen lassen. Dies kann z.B. durch ein Online-Testing im Zielmarkt, durch ein Inhouse Usability Testing oder sogar durch ein Usability Testing in einem Usability Lab erreicht werden. Der schwierigste Teil ist eine saubere Auswertung der Tests und die richtigen Schlussfolgerungen daraus.  
  • Rückmeldungen zum Beispiel aus den App Stores ernst nehmen und, wo nötig, Massnahmen zur Optimierung umsetzen.
  • Regelmässig mit Heavy-Usern über mögliche Optimierungen der App UX sprechen.
  • Beim Erscheinen von neuen Geräten und Betriebssystemen (Operating Systems, OS) von Apple oder Google sollte bereits in der Betaphase der OS die Funktionalität und Usability getestet werden. 

Störende inApp Werbung (Mobile Ads)

Wir glauben nicht an eine rosige Zukunft für Mobile Ads. Aus unserer Sicht stören sie. Diese inApp Ads haben einen sehr negativen Einfluss auf das Nutzererlebnis. Meistens stören sie den User bei der Nutzung, und nicht selten kann man die Ads auch kaum wegklicken. Wir empfehlen, gänzlich auf störende Ads zu verzichten und ein anderes Business Modell zu wählen, um die App zu monetarisieren. Falls trotzdem inApp Werbung integriert werden soll, um die Refinanzierung zu ermöglichen, sollten folgende Tipps beachtet werden:

  • Native Advertisement - hierbei verschmilzt die Werbung im Kontext der restlichen Inhalte und stört den User viel weniger.
  • Interaktive, spannende, lustige und innovative Ads. Die Möglichkeiten, beispielsweise interaktive Video-Ads zu gestalten, welche dann im Kontext des Users (anhand seiner Interessen, Zeit, Ort) gezeigt werden, hat eine viel grössere Chance, nicht als störend wahrgenommen zu werden.
  • Personalisierung und Kontextualisierung von Ads. Je besser das Targeting, Timing und Individualisieren von Werbeinhalten umgesetzt wird, umso grösser ist die Chance einer hohen Conversion Rate und desto geringer ist die Gefahr einer schlechten UX.

Schlechte Kommunikation und App Vermarktung

Es gibt schlicht zu viele Apps in den App Stores, als dass man sich die Zeit und das Budget für eine anständige App Vermarktung sparen kann. Sehr oft wird diesem wichtigen Erfolgsfaktor wenig oder gar keine Aufmerksamkeit geschenkt, was fatal für den Projekterfolg sein kann. Natürlich bezieht sich dies vor allem auf Apps, welche für die breite Masse entwickelt wurden und weniger für nicht öffentliche Unternehmensapps. Jedoch ist es aus unserer Sicht auch bei internen Apps wichtig, dass diese effizient kommuniziert werden. Mehr zur App Vermarktung kann in diesem Blog-Beitrag gelesen werden.  

Schlechtes User Onboarding

Grundsätzlich ist es wichtig, dass die App selbsterklärend ist und dem User sofort klar wird, welchen Hauptnutzen die App bietet. Falls für die Nutzung der App zum Beispiel das Erstellen eines Nutzerprofils zwingend nötig ist, sollte man grosse Aufmerksamkeit auf das Nutzererlebnis für dieses Onboarding legen. Dies kann mittels einem User Journey aufgezeichnet und anaylsiert werden. Wie man ein gutes User Onboarding macht und auf was unbedingt geachtet werden muss, haben wir in zwei Blog-Beiträgen beschrieben: User Onboarding 1 / User Onboarding 2

"WOW"-Effekt erzeugen und managen

Erzeugt deine App einen "Wow"-Effekt? Nun, wie kann ich überhaupt ein solches "Wow"-Erlebnis entwickeln? Was ist denn ein "Wow"-Effekt? 

"Wow"-Effekte sind aus unserer Sicht jene Momente, welche bei deinen Usern ein Lächeln erzeugen und sie dazu bewegen, die App jemand anderem zu zeigen, oder diese sogar über Social Media zu teilen. Es sind jene Dinge, welche bei der Befragung der Users mit der Antwort "Ich liebe es, dass...." beginnen. Es sind genau diese Momente, in denen die User einen echten Mehrwert im Kontext erfahren und positiv überrascht respektive verblüfft werden.

Gut gemanagte "Wow"-Momente können Weiterempfehlungen und gute Rezensionen für deine App stark positiv beeinflussen. Hier ein Talk von Erin Hoffmann zum Thema Emotions, welchen wir zu diesem Thema empfehlen: 

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