#DeFi - Die Banken sind tot, es lebe das Banking

25. August 2020 - von Till Könneker


Eine einfache Einführung zu Bitcoin, den Möglichkeiten der Blockchain und den Vorteilen von Krypto Banking.

Das dezentralisierte Finanzsystem bietet schon heute in vielen Belangen das bessere Banking und doch trauen sich die meisten noch keinen Wechsel zu.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie verwirrend die ganze Krypto Welt am Anfang sein kann. Es ist ein komplett neues System und so wie das Internet und dessen Möglichkeiten am Anfang kaum jemand verstanden hat, so ist auch die Blockchain und Bitcoin für viele noch nicht fassbar. Warum eigentlich? Nun Blockchain ist ein Paradigmenwechsel von zentralisierten zu dezentralisierten Systemen. Und genau dies sorgt in der ganzen Welt für Verwirrung: Im bestehenden System, ist eine zentrale Partei inhärent mit dem Austausch von Werten verbunden. Wir haben uns daran gewohnt in vielen Belangen die Verantwortung abzugeben und auf zentralisierte Parteien zu vertrauen. Deshalb versuche ich hier, möglichst simpel einen kleinen Überblick zu geben und die Möglichkeiten von dezentralisierten Systemen aufzuzeigen. Ich bin aber kein Experte sondern “nur” User und möchte durch diesen Blogartikel andere ermutigen, sich selber mit Bitcoin, der Blockchain Technologie und dem Krypto Banking zu beschäftigen.

Auf die gleiche Weise, wie das Internet es Menschen ermöglichte, Informationen auf der ganzen Welt zu teilen, ermöglicht uns die Blockchain, sofort Werte auf der ganzen Welt sicher auszutauschen. Dies ohne Intermediäre (z.B. Banken) und Gegenparteien, welchen bei Transaktionen vertraut werden muss. Auf Blockchains laufen verschiedenste Ökosysteme, welche nach und nach bestehende Systeme ablösen werden, da sie günstiger, transparenter und effizienter sind. Die wichtigsten Bereiche sind u.a. Finanzdienstleistungen (“be your own bank”), elektronische Verwaltungssysteme (z.B. Identitäten, Abstimmungen, Patientendossier), Games, und Eigentum (z.B. Grundstücksbesitz).

Celsius, eine der einfachsten und ersten DeFi Finanzdienstleister.

Die dezentralisierten Finanzdienstleistungen (DeFi) zeigen schon jetzt, was wir in der Zukunft erwarten können. Eine Welt in der nicht wenige, grosse Unternehmen und Banken Daten und Gelder verwalten und kontrollieren, sondern wo wir selber die Verantwortung und Kontrolle darüber haben. Dies wiederum impliziert jedoch, dass wir bereit sind die Verantwortung vollumfänglich für uns zu übernehmen. Es gibt keine Kunden-Hotline in der Blockchain-Welt. Nicht zu vergessen das ungefähr 1,7 Mrd. Menschen keinen Zugang zum Finanzsystem haben aber durch ihr Smartphone die Blockchain basierten Finanzdienstleistungen nutzen können. Bill Gates prophezeite schon in den 90er Jahren: “The world needs banking but it does not need banks.” Der Weg zum dezentralisierten Finanzsystem führt über dezentralisierte Apps (DApps). Diese Apps bieten heute schon was bis anhin nur Banken bieten konnten und das für einen Bruchteil der normalen Kosten.

Andreas Antonopoulos über die grösste Infrastruktur Inversion, die die Welt je gesehen hat

Zentral, dezentral oder beides?

Unser politisches System wie auch unser Finanzsystem bauen auf uralten Systemen auf, was einen Wechsel zu einem neuen, modernen System erschwert. Diese veralteten Systeme passen kaum noch in unsere Zeit und verlangsamen die Prozesse unnötig. Wir denken als Menschen in recht kurzen Zeitspannen und sehen das Gegebene als unveränderbar an. Dabei sind neue Konzepte durchaus möglich.

«Die Wirklichkeit ist nur ein Teil des Möglichen.»
— Friedrich Dürrenmatt

Wie schon in der Tabakindustrie oder aktuell in der Autoindustrie wird versucht, das veraltete System so lange wie möglich am laufen zu halten und das neue zu bekämpfen. Sobald die breite Masse versteht was Bitcoin und die Blockchain Technologie der Gesellschaft wirklich bieten, wird es kein Halten mehr geben. 

Auch nachdem die Tabakkonzerne wussten wie schädlich das Rauchen ist, haben sie ihr System so lange wie möglich aufrecht erhalten.

So wie die Tabakkonzerne nun E-Zigaretten produzieren oder die traditionellen Autobauer versuchen, ihren Rückstand in der E-Mobilität aufzuholen, werden auch die Zentralbanken und Staaten selber mit ihren eigenen Kryptowährungen auf den Markt kommen. Jedes Land wird seine Währung digitalisieren, Papiergeld und Münzen werden immer mehr verschwinden. Das Problem dabei ist, das FIAT Geld und Gold bis jetzt die einzigen Möglichkeiten waren, wirklich die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu haben. Hier kommt die Dezentralisierung über eine Blockchain ins Spiel, welche digitale aber pseudonymisierte und nicht zentral kontrollierte Finanzdienstleistungen und Verträge möglich macht. Das eine System schliesst das andere nicht aus und so wird es wohl vorerst eine Koexistenz beider Systeme geben. Die traditionellen Banken müssen sich aber warm anziehen, denn die Kund*innen gehen dorthin wo es einfacher ist und es mehr fürs Geld gibt. Die dApps im DeFi Ökosystem sollten ihrerseits darauf achten, dass ihre Services noch benutzerfreundlicher werden, um den Zugang zu erleichtern. 

Crypto.com App
crypto.com einer der grössten DeFi Finanzdienstleister mit eigener Krypto Visa-Karte

Wie immer in der Geschichte der Menscheit braucht es nicht nur “Talk” sondern auch “Execution”, um die Disruption anzustossen. Nehmen wir Tesla als Beispiel - allen ist klar, dass Elektroautos die Zukunft sind. Jedoch war es lange sehr schwierig, diese Vision umzusetzen und massentauglich zu machen. Aktuell ist Tesla der wertvollste Autohersteller der Welt, da sie ein bestehendes Produkt einfacher und effizienter gemacht haben. Und genau dies braucht die Krypto-Welt auch. Projekte, welche die Vorteile von dezentralen Anwendungen 08/15 Bürger*innen auf einfache Art und Weise und ohne kryptographisches Kauderwelsch näher bringen. Diese Hürden werden übersprungen werden und es wird immer mehr solche Projekte geben.

Der Selbstversuch

Ich wollte testen, ob man sich heute schon vom klassischen Banking lösen kann. Anstelle eines Bankkontos habe ich nun eine Wallet, genauer gesagt mehrere Wallets. Im Gegensatz zu meinem Bankkonto bekomme ich nun Zinsen für mein Geld und kann Zahlungen innerhalb des Krypto Systems schnell und ohne Gebühren tätigen. Ich könnte unkompliziert Geld ausleihen und für die täglichen Zahlungen im Internet oder Supermarkt habe ich eine Krypto Kreditkarte die mir pro Einkauf noch Prozente zurück zahlt, und sogar mein Spotify und Netflix Abo bezahlt. Aktuell bezahle ich im Alltag nur noch mit Gewinnen aus meinen Kryptowährungen und konnte die Lebensunterhaltskosten signifikant senken. Mein Bankkonto brauche ich nur noch für die Lohnzahlung und das Bezahlen von Rechnungen. Das Ganze ging relativ einfach und recht intuitiv und spart mir viel Geld, welches sich sonst die Banken und ihre Partner nehmen würden. Konkrete Anwendungsbeispiele beschreibe ich weiter unten im Artikel.

Die edle Debi Karte von crypto.com

Einige Grundlagen zum Verständnis

Schon seit den 90er Jahren wurde im Umfeld der Cypherpunk-Bewegung versucht, mit Hilfe kryptographischer Verfahren ein digitales Äquivalent zu Bargeld zu schaffen.Bitcoin entstand als Antwort auf den Finanzcrash von 2008. Den Entwickler*innen und Mathematiker*innen rund um den unbekannten Bitcoin Erfinder Satoshi Nakamoto war klar, dass das bestehende System am Ende ist, und endlose Schuldenberge mit neu gedrucktem Geld überschüttet werden. Es ist offensichtlich, dass dieses System kaputt ist und wir eine zeitgemässe Lösung dringend brauchen. Bitcoin ist die erste und einzige wirklich dezentrale Kryptowährung. Sie ist, wie Gold, nur begrenzt vorhanden (21 Millionen ₿) und wird digital geschürft (Mining). Es gibt keinen CEO, niemand kontrolliert Bitcoin oder kann es ausschalten oder hacken. Es gibt also auch kein Kundendienst der einem hilft, eine falsch überwiesene Transaktion rückgängig zu machen. Da man seine eigene Bank ist, muss man auch vorsichtig mit dieser Macht umgehen. Bitcoin ist nicht als alltägliche Zahlungswährung zu verstehen sondern eher als digitales Gold. Die Blockchain auf der Bitcoin läuft ist recht langsam. Für schnelle Zahlungen gibt es spezielle Blockchains und Kryptowährungen wie die von Ethereum (ETH) oder Cardano (ADA). Die Währungen dieser Projekte nennt man Alternative Coins (Altcoins). Sie bieten erweiterte Möglichkeiten der dezentralen Technologie, wie z.B. das Abschliessen von digitalen Verträgen und Versicherungen (z.B. gibt es eine Versicherung der AXA, welche Flugverspätungen mit Smart Contracts rückvergütet) oder das Auszahlen von Löhnen. In Zukunft werden wohl auch soziale Plattformen, Patientendaten und das ganze E-Government über eine Blockchain abgewickelt werden.

Verwaltungsprozesse können über eine Blockchain vereinfacht werden. Datenbanken für Unternehmen, Fahrzeuge, Grundstücke oder Immobilien können in Echtzeit für jeden und jede transparent und fälschungssicher geführt werden. Die Schweizer Stadt Zug bietet als erste Kommune weltweit eine E-ID auf Blockchain-Basis.
(Quelle)


Neben den Altcoins gibt es noch Stable Coins die mit FIAT oder harten Assets gestützt sind und immer den Dollarwert halten. Diese Stable Coins sind quasi die neutrale Zone im DeFi Bereich. Sie können gehalten werden, um Zinsen zu generieren oder um Kursschwankungen von Bitcoins oder Altcoins zu vermeiden. Stable Coins sind eigentlich nichts anderes als die digitale Abbildung einer FIAT-Währung (z.B. CHF) in Form eines kryptographischen Tokens. Bitcoin kauft man über eine digitales Bankkonto, der sogenannten Wallet. Diese verknüpft man mit einer Kreditkarte oder zahlt direkt vom Bankkonto ein. Wallets wie Coinbase, Celsius, Gemini oder Kraken sind verhältnismässig sicher und recht leicht zu bedienen. Es bleibt aber immer ein Restrisiko wenn Kryptowährungen nicht in der eigenen Wallet sondern auf fremden Plattformen liegen. Innerhalb des Krypto Ökosystems gibt es kaum Gebühren (Fees). Es können Millionenbeträge für wenige Rappen weltweit sicher verschoben werden, ohne dass ein Unternehmen, eine Regierung oder irgendeine Form von Autorität darauf Einfluss nehmen kann.

Vorteile von Kryptowährungen und dezentralisierte Finanzdienstleistungen

Es gibt verschiedene Gründe, die einem in die Welt der Bitcoin Economy führen: Die einen sehen vor allem den Profit des seit Jahren erfolgreichsten Assets der Welt, andere suchen eine Alternative für Gold mit den Vorteilen der Digitalität, wieder andere möchten die Kontrolle über das eigene Vermögen ohne eine involvierte Drittpartei, während manche der Aspekt interessiert , dass auch grosse Summen ohne Gebühren jederzeit schnell auf der ganzen Welt peer to peer verschickt werden können. Auch die Tatsache, dass Bitcoin im Gegensatz zu FIAT-Geld deflationär ist, ist wichtig. Es bedeutet, dass die Kaufkraft mit der Zeit zunimmt da es nicht von den Zentralbanken beliebig gedruckt werden kann. Wem der aktuell noch recht volatile Bitcoin zu riskant ist hat die Möglichkeit, in eine stabile Kryptowährung (sogenannte Stablecoins) wie den USDC, GUSD oder DAI zu wechseln. Sie halten immer ein stabiles Niveau und können auf einer entsprechenden Plattform sogar noch Zinsen generieren. Fast alles was heute eine Bank anbietet, gibt es auch im DeFi Bereich, nur ist es dort so wie es sein sollte: ohne Drittparteien welche undurchsichtige Gebühren nehmen und Zahlungen über veraltete und sehr langsame Systeme abwickeln wie SWIFT, wo man zum Teil sechs Tage wartet bis eine internationale Zahlung ankommt.

Es gibt also schon jetzt in einer recht frühen Phase dieser neuen Technologie etliche Vorteile und Tools die funktionieren und eine gute Benutzbarkeit aufweisen. Trotzdem muss die einfache Zugänglichkeit eine der Top Prioritäten sein, um eine breite Masse an User*innen zu überzeugen.

Nachteile von Kryptowährungen und dezentralisierte Finanzdienstleistungen

Wie in diesem Artikel mehrfach erwähnt muss man bereit sein die volle Verantwortung zu tragen. Wer seine Kryptowährungen auf einer Wallet hat muss auf die Private Keys acht geben; sind die weg ist auch das Kryptogeld dahin. Wer das Geld nicht Banken oder einer Wallet anvertraut sondern Unternehmen wie einem DeFi Finanzdienstleister trägt ein zusätzliches Risiko, es gibt grosse Unternehmen mit einer vertrauenswürdigen Basis und guten Sicherheitskonzepten aber es gibt auch weniger vertrauenswürdige Anbieter. Die zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen verschlechtern oft auch die Usability. Die ganze Kryptowelt ist noch am Anfang und viele Lösungen sind immer noch ein grosses Experiment, für welches das finale Fundament zuerst gefunden werden muss: z.B. ist der Konsens-algorithmus immer noch sehr im Anfangstadium (Proof-of-Work vs. Proof-of-Stake). Es sind generelle Nachteile bzw. technische Hürden, welche zu generischen Nachteilen führen können. Auch die Volatilität kann ein Nachteil sein wenn der Kurs einer Kryptowährung plötzlich sinkt, gerät man dann in Panik und verkauft, verliert man das Geld. Wer sich aber vorher gut informiert mindert das Risiko, wie überall im Leben.

Auf der Webseite von celsius.network lassen sich die Zinsen einfach berechnen

Banking wie es sein sollte

Wie sieht das Krypto Banking in der Praxis aus?

Grundsätzlich kann man alles in einer App machen, durch die Aufteilung lassen sich aber spezifische Vorteile bestimmter Plattformen nutzen und das Risiko wird auf verschiedene Wallets verteilt.

Zinsen erhalten

In einem breit aufgestellten Portfolio hat man heute nicht mehr nur Immobilien, Aktien und Gold, sondern auch das digitale Gold Bitcoin und die Möglichkeit, in zukünftige Technologien in Form von Altcoins wie ETH, ADA oder LINK zu investieren. Will man sein Geld nicht der Volatilität, d.h. den täglichen Preisschwankungen von Bitcoin oder Altcoins aussetzen, kann man auch mit Stabelcoins das Vermögen arbeiten lassen und dafür Zinsen erhalten. Auf Plattformen wie Celsius, Nexo oder BlockFi ist dies sehr einfach und schnell eingerichtet. Für Stabelcoins bekommt man aktuell zwischen 8.6% und 11.9% im Jahr, für Bitcoins um die 6%. Das ist weit mehr als die Negativzinsen die man hierzulande den Banken bezahlen muss. Das Kryptogeld kann ausserdem jederzeit in eine andere Währung gewechselt oder zurück zur Bank in FIAT getauscht werden.

Wie ich selber aktuell DeFi nutze und wofür welche App im Einsatz ist.

Geld leihen

Da Bitcoin ein Asset wie Gold ist, verkauft man es wegen dem langfristig steigenden Wert (Mehr Nutzer, geringe Menge) nur ungern (in diesem Kontext spricht man auch von “Hodling”, was “Holding” impliziert, als das Halten des Assets). Aus diesem Grund kann man auf diesen Plattformen auch Geld leihen, ohne dass man die wertvollen Bitcoins dafür verkaufen muss. Brauche ich zum Beispiel 3000.- für eine Reise, habe aber meinen Lohn noch nicht bekommen, kann ich den Gegenwert in Bitcoin auf der Plattform einfrieren lassen. Sobald ich die 3000.- plus Zinsen zurück bezahle, wird der Bitcoin Betrag wieder für mich freigegeben. Ein einfaches aber geniales Prinzip, welches durch die Blockchain sicher und unkompliziert abgewickelt wird. Ein Kredit kann so in wenigen Minuten abgewickelt werden.

Die meisten Krypto Banking Plattformen sind noch nicht komplett dezentralisiert da sie mit der klassischen Bankwelt im Austausch stehen. Für gewisse Plattformen gibt es auch regulatorische Anforderungen (KYC, AML), je nachdem was für Krypto Assets (Kryptowährung vs. digitale Aktie) verkauft werden.


Blockchain Economy

Diese disruptiven Technologien gehen weit über das digitale Banking hinaus und werden immer mehr alte Systeme verändern und ablösen. So wird beispielsweise der Kunstmarkt ganz neue Möglichkeiten bekommen. Digitale Kunst hat nun die Möglichkeit, Editionen und Originale zu produzieren, die es garantiert nur einmal gibt. Die Blockchain verwaltet wem das Bild gehört und ermöglicht auch das sichere Handeln von digitaler Kunst.

Mit der sogenannten Tokenisierung, bei der ein Vermögenswert, wie zum Beispiel Immobilien oder Kunstgegenstände, in ein Krypto-Token verpackt wird, kann dieser Wert dann auf einer Blockchain gehandelt werden. 

Hier geht es zu unseren Blockchain Blogartikeln über die Blockchain Economy.

Crypto Banking - Cut the Bullshit

Mit einer Crypto Kreditkarte (Cashback 1-5%) kann ganz normal aus einer Wallet, die zusätzlich noch Zinsen abwirft, bezahlt werden. Von 3% für volatilere Währungen bis zu 11.9% pro Jahr für Stable Coins. Hätten wir beispielsweise 30’000.- auf der Bank liegen und würden dieses Geld auf eine Wallet bei Celsius, Nexo, crypto.com oder BlockFi verschieben, würde das ab sofort jede Woche bis zu 70.- Zinsen abwerfen. Das ergibt etwa 3600.- pro Jahr. 

Krypto Debi Karten gibts z.B. von crypto.com, Wirex oder Monolith

Bereits im 19. Jahrhundert beschrieb der schottische Ökonom Henry Dunning McLeod Banken nicht als Vermögensverwalter sondern viel eher als «Geldfabriken». Banken verdienen durch Kredite, Transaktions- und Dienstleistungsgebühren, Provisionen, Zinsdifferenzgeschäfte oder mit dem Börsenhandel. Früher haben die Banken einen Teil davon in Form von Zinsen an die Anleger zurückgezahlt, doch das ist schon lange her.

Warum gibt es bei den Banken eigentlich keine Zinsen mehr? 

Durch die Niedrigzinsen sind seit 2010 allein in Deutschland, Anlegern über 570 Milliarden Euro an Zinseinkünfte entgangen. Um das bestehende System aufrecht erhalten zu können und keine Weltwirtschaftskrise entstehen zu lassen, senkten die Notenbanken die Zinsen und berechnen ihren Kunden sogar Strafzinsen. Die grossen Verlierer sind die Sparer, für sie sollte ein Wechsel in die dezentralisierten Finanzen eigentlich ein No Brainer sein. Die neuen Krypto Finanzdienstleister können die Bankgeschäfte direkter, effizienter und ohne Zwischenhändler abwickeln und dadurch wieder Zinsen abgeben weil sie auf einem komplett neuen System basieren. Die Gelder sind auch nicht gebunden und können jederzeit abgehoben oder auf eine andere Wallet überwiesen werden. Auch wenn sich DeFi noch in den Anfängen befindet, so zeigt sich schon jetzt, wie Banking eigentlich besser geht. 

Verschiedene Kryptowährungen und die möglichen Zinsen auf Celsius

Wie ein diversifiziertes Anlageportfolio mit Crypto aussehen könnte

FIAT (<25%)
Aktien (10%)
Gold (15%)
Bitcoin Cold Wallet (15%)
Bitcoin Interest Wallet (10%)
Ethereum Cold Wallet (3%)
Ethereum Interest Wallet (2%)
Stablecoin Interest Wallet (15%)
Spekulative Wallet mit 2-4 Altcoins (>5%)

Dies ist keine Anlageempfehlung sondern lediglich ein Beispiel.

Die Assets unterliegen verschiedenen Marktgesetzen und können sich so gegenseitig absichern. Gold und Bitcoin gegen die Inflationäre FIAT-Währung. FIAT und Stable Coins gegenüber den volatilen Kursen der Aktien und Kryptowährungen. Bitcoin, Ethereum und viele Altcoins stehen erst am Anfang ihres Potentials und so sind mittel und langfristig grosse Kursgewinne absehbar. Die fixe Menge von 21 Millionen und die Halbierung der Mining Rewards alle 4 Jahre (Halving) macht den langfristigen Kurs von Bitcoin viel berechenbarer als eine Aktie. Die Kursbewegung folgt erstaunlich genau mathematischen Modellen wie dem Stock to Flow Modell (Stock = wie viel aktuell verfügbar ist, Flow = wie viel in der Zukunft verfügbar sein wird), weil der Wertzuwachs in starker Abhängigkeit zu den Halvings steht. Die daraus resultierende Modellierung sieht BTC ab April 2021 bei ca. 100.000 US-Dollar, was durch das verrückte Jahr 2020 natürlich durcheinander gekommen sein könnte. Dies sind alles Gründe weshalb viele ihre Bitcoins langfristig halten, daher kommt auch der Ausdruck “HODL”.

Das Stock to flow Modell zeigt den Bitcoin Zyklus am Anfang eines Bullmarktes.

Sicher ist sicher

Auch wenn diese Plattformen versichert sind und die Logins mit dem klassischen Online Banking vergleichbar sind, ist das Risiko Anlagen auf diesen Plattformen zu halten immer etwas grösser, als wenn Bitcoins auf einer Cold Wallet oder das FIAT Geld auf einem Bankkonto gehalten werden. Darum empfiehlt es sich, die Anlagen zu diversifizieren und auf verschiedene Plattformen zu verteilen. Hier ein guter Überblick der wichtigsten Plattformen bei denen man Kryptowährungen kaufen, Zinsen verdienen und FIAT Geld ausleihen kann.

Sichere Aufbewahrung von Kryptowährungen auf dem Ledger Nano S

"With great power, comes great responsibility."

Da man quasi sein eigener Banksafe ist, muss man auf seine Schlüssel (Keys) gut aufpassen. Wer den Wallets vertraut kann die Kryptowährungen dort verwalten aber wie ein altes Bitcoin Sprichwort sagt “Not your Keys, not your Bitcoin”. Wer also wirklich im Besitz seiner Assets sein will, verschiebt diese auf eine sogenannte Cold Wallet wie z.B. die von Ledger oder Trezor. In jedem Fall muss aber wirklich gut auf die eigenen Schlüssel (24 Wörter) aufgepasst werden. Die Keys darf niemand zu Gesicht bekommen und sie dürfen nicht fotografiert werden. Immer wieder sieht man betrügerische Angebote die versprechen, das Geld zu verdoppeln wenn man ihnen Bitcoin schickt. Das ist Betrug und solche Scams gibt es natürlich auch in der Crypto Welt. Doch passt man auf, kann einem das Kryptogeld niemand nehmen, nicht mal Regierungen. Gerade in Ländern mit einem starken Währungsverfall kann diese Form der finanziellen Autonomie die Existenz sichern.

Seed recovery phrase (Backup)

Mit 24 Wörtern kann man von überall und jederzeit auf das Krypto Vermögen zugreifen, auch wenn die Wallet verloren gegangen ist. Wie das funktioniert wird hier erklärt.

Fazit

Die Kontrolle über das eigene Vermögen kann nun in die eigene Hand genommen werden, ohne dass Regierungen oder Zentralbanken darauf Einfluss nehmen können. Das erste Mal in unserem Leben besteht die Möglichkeit auf finanzielle Freiheit. Bitcoin und die ganze Crypto Economy ist noch recht jung und doch hat sie sich schon über 10 Jahre bewährt und immer mehr etabliert. Aktuell ist es eine Alternative zum bestehenden System, es wird aber immer offensichtlicher, dass Bitcoin und das neue dezentrale Finanzsystem hier ist, um zu bleiben und den Menschen die Kontrolle über die eigenen Finanzen und Daten zurückzugeben. Wer immer noch glaubt, Bitcoin sei ein Scam oder nur ein weiteres Spekulationsobjekt der hat die Fundamente nicht verstanden und sieht nicht, wie schlecht das aktuelle System eigentlich funktioniert. Die Transformation hat gerade erst begonnen und es werden diejenigen belohnt, die den Wechsel früher als andere vollziehen. 

Es ist zu hoffen, dass auch andere Plattformen und soziale Netze wie Facebook und Twitter dezentraler werden. Wir sollten selber bestimmen und kontrollieren können ob wir unsere Daten verkaufen möchten oder nicht. Die Blockchain ermöglicht einen sicheren Handel, Besitz Evaluation und Tracking der Daten. 


Ich hoffe dieser etwas lang geratene Artikel konnte Interesse wecken sich mit Bitcoin, Blockchain und dezentralen Finanzen zu beschäftigen.

Links

Hier ist eine praktische Tabelle mit allen aktuellen Zinsen die man auf den verschiedenen Plattformen bekommt.

Lese Tipp (krautreporter.de): “Mit Bitcoins, wird eine Idee verwirklicht, die unsere Welt noch prägen wird.”

Wer DeFi etwas vertiefter verstehen möchte kann sich dieses recht einfach verständliche Video anschauen. 

Der aktuelle Stock to flow live Chart.


Wie Anfangen?

Wer nun diese Plattformen selber mal ausprobieren will, kann die folgenden Referral Links nutzen, ihr könnt natürlich auch direkt auf die Seite gehen. Diese Links hier schalten euch Bonusgeld frei, welches nach bestimmten Kriterien (z.B. wenn man 200.- in der Wallet hat) gutgeschrieben werden. 

BlockFi
https://blockfi.com/?ref=16701502 Code: 16701502 (20$)

Celsius
https://celsiusnetwork.app.link/114992436c Code: 114992436c (20$)

Coinbase 
https://www.coinbase.com/join/koenne_x?src=ios-link (10$)

crypto.com 
https://platinum.crypto.com/r/v4dnpzq7sn Code: v4dnpzq7sn (50$)

PS.

Investition in die Gesellschaft

Neben diesen neuen Möglichkeiten der Finanzen und Investitionen sollte man nicht vergessen, dass es Wichtigeres gibt als die Vermehrung des eigenen Vermögens. In einer Gesellschaft geht es nie nur um sich selbst sondern um alle und das gemeinsame Zusammenleben. Eine Gesellschaft welche die Verantwortung nicht allein dem Staat überlässt, sondern vermehrt selber in die Hand nimmt, sollte in die Gesellschaft investieren und sich auch um andere Menschen und Projekte kümmern. Heute wollen viele der Gesellschaft etwas zurückgeben, möchten etwas bewirken und suchen gleichzeitig eine emotionale Bindung. Dies kann in Form von Spenden passieren oder man unterstützt direkt lokale Projekte im sozialen und kulturellen Bereich. Wir alle sollten mehr lokale Kunst kaufen, Ausstellungen, Theater und Konzerte besuchen. Kunst und Kultur hält eine Gesellschaft zusammen und reflektiert die Realität, was eine bessere Zukunft erst möglich macht. Im Gegensatz zum Kultursponsoring, welches oft in der Kritik steht Kunst zu kommerzialisieren und ihr die Freiheit zu nehmen, ist das bedingungslose Fördern von Kunst und Kultur ein Beitrag für die ganze Gesellschaft und die Freiheit der Kunst. Altruistisches Handeln ist wohl eine der wertvollsten und zugleich beglückensten Taten die man machen kann. Schenken ist interessanterweise beglückender als beschenkt zu werden und wenn man dann auch noch sieht was daraus entstehen kann, ist das durchaus auch eine persönliche Bereicherung und ein Wert, in den es sich zu investieren lohnt.


Lokale und Internationale Unterstützung

Crowdfunding Plattformen um lokale Projekte zu unterstützen:


Internationale Wohltätigkeit mit Crypto:

Danke an Maya Walter, Pascal Marco Caversaccio und Valentin Naegeli für Inputs und Gegenlesen.

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