Sie benutzen einen alten Browser.

Bitte updaten Sie Ihren Browser damit Sie diese Seite so sehen, wie wir das geplant haben ...

Freitag, 04. März 2016 / Gepostet von Alain Stulz

App USER ONBOARDING TEIL 2

Im ersten Teil der Reihe "Der erste Eindruck zählt - User Onboarding" sind wir darauf eingegangen, wie wir die Nutzer über unser Produkt informieren und ihnen die Schritte bis zum Download erleichtern. Nun schauen wir uns an, wie wir den Nutzer in der App begrüssen und ihn nach der ersten Benutzung zur Wiederkehr bringen.

FIRST USE

Nach dem Download gilt es, den Nutzer in der App angemessen zu begrüssen. Die App muss gegebenenfalls eingerichtet werden, der Nutzer benötigt möglicherweise Informationen, damit er mit der App richtig umgehen kann.

Setup

Wenn für die Benutzung der App ein Account benötigt wird, wie zum Beispiel bei Facebook, oder wenn bestimmte Berechtigungen für die Benutzung unerlässlich sind (z.B. Mikrofon und Kamera bei Skype), wäre ein anfängliches Setup von Vorteil. Die meisten Apps setzen das Setup folgendermassen um:

Beim ersten Starten der App wird dem Nutzer ein spezieller Screen gezeigt. In einigen horizontal angeordneten Screens werden dabei dem Nutzer die wichtigsten Funktionen der App und deren Vorteile für den Nutzer präsentiert. Normalerweise sollte eine solche Einführung optional sein, das heisst, es sollte jederzeit die Möglichkeit bestehen, die Einführung zu überspringen und mit der Einrichtung fortzufahren.

Darauf folgend wird der Nutzer bei der Einrichtung der App assistiert, beispielsweise zum Erstellen eines zur Benutzung notwendigen Kontos. Dies ist auch ein guter Zeitpunkt, um den Nutzer nach Berechtigungen wie Zugriff auf Standort, Kamera, Kontakte oder das Mikrofon zu fragen, sofern diese für die Benutzung der gesamten App zentral sind. Wenn nur einzelne Funktionen diese Berechtigungen benötigen, sollte erst danach gefragt werden, wenn der Nutzer dieses Feature aktiv benutzen will. Der Nutzer sollte sofort den Sinn hinter dem Erteilen einer Berechtigung sehen – wenn er auf einen Kamera-Button tippt, scheint es logisch, dass die App Zugriff auf die Kamera benötigt. Ist der Sinn für den Nutzer offensichtlich, ist die Wahrscheinlichkeit zur Zustimmung höher.

Die Vorteile eines Setups sind:

Ein Setup hat aber auch Nachteile:

Introduction

Sobald das eventuell nötige Setup abgeschlossen ist, findet sich der Nutzer in der tatsächlichen App wieder. Falls kein Setup notwendig war, könnten an dieser Stelle die wichtigsten Funktionen der App kurz erklärt werden. Dabei sollte sich eventueller Beschreibungstext auf ein bis allerhöchstens zwei Sätze pro Screen beschränken. Dies setzt voraus, dass einzelne Schritte auf verschiedene Screens aufgeteilt werden. Vorteilhaft ist, wenn diese Einführung einen hochwertigen ersten Eindruck beim User hinterlässt. Deshalb sollten anschauliche Grafiken und Animationen verwendet werden.

Teaching

Grundsätzlich sollte die Bedienung der App selbsterklärend sein. Falls dies nicht der Fall ist, sollte das Bedienkonzept der App grundlegend überarbeitet werden. Falls ungewöhnliche Elemente eingesetzt werden, die aus UX-Sicht aber sinnvoll sind, kann der Nutzer durch Hinzufügen von kürzesten Texthinweisen zur Bedienung unterstützt werden.

Der Nutzer kann mit verschiedenen Techniken dazu gebracht werden, die wichtigsten Funktionen der App zu erlernen. Dabei ist “Learning by Doing” beim Nutzer oft effektiver als eine simple Erklärung, da er sich später besser daran erinnert, wie eine gewisse Funktion bedient wird.

Walkthrough

Beim Walkthrough wird der Nutzer Schritt für Schritt durch die App geführt. Die Aufmerksamkeit muss hierbei direkt gesteuert werden und die einzelnen Erklärungen dürfen sich nicht um die Aufmerksamkeit des Nutzers konkurrenzieren. Erklärungstext muss unbedingt so kurz wie möglich, aber dennoch klar zu verstehen sein. Ein Walkthrough wird nicht in einem separaten View gemacht, sondern in der tatsächlichen App!

Konkret kann ein Walkthrough so gestaltet sein, dass der Nutzer direkt einen für ihn sinnvollen Task unter Anleitung erledigen kann. Beispielsweise kann ein Anbieter von Webhosting dem Nutzer direkt helfen, seine erste Webseite zu erstellen und auch gleich weiterzuverwenden. Dies wird schwieriger, je mehr Zwecke die App erfüllt, da anfangs vielleicht nicht klar ist, was der Nutzer mit der App überhaupt erreichen möchte.

Benötigt eine App einen gewissen Effort seitens des Nutzers, um eine gute Customization zu erreichen, könnte sich ein Quest-Intro eignen. Dabei wird dem Nutzer eine kleine Aufgabe gegeben, die er sogleich löst.

Beispielsweise wird der Nutzer bei der Einrichtung von Apple Music gebeten, aus einer Auswahl mindestens drei Musikgenres auszuwählen, die ihm zusagen. Anschliessend muss er noch drei bestimmte Künstler anwählen, die ihm gefallen. Falls gewünscht kann natürlich auch mehr Zeit investiert werden, damit die App noch besser auf die Nutzerpräferenzen eingehen kann.

Kombination

Natürlich kann es auch sinnvoll zu sein, verschiedene Methoden zu kombinieren. Beispielsweise können Quests auch in einen Setup-Prozess eingebaut werden. Wichtig ist, stets einen roten Faden durch den gesamten Prozess zu haben, als Firma konsistent aufzutreten und dem Nutzer so wenig Aufwand wie möglich zu bescheren.

CONTINUED USAGE

Für den Erfolg der App ist die erste Benutzung massgebend, da sie einen starken Eindruck beim Nutzer macht. Dieser kann positiv oder negativ ausfallen; Ziel ist stets, durch einen positiven Eindruck den Nutzer zum erneuten Benutzen der App zu motivieren. Es können aber auch noch mehr Mittel eingesetzt werden, um den Nutzer wieder in die App zu führen.

Push-Notifications Push-Benachrichtigungen können den Nutzer mit einem Tipp zurück in die App führen. Es ist aber wichtig, dass der Nutzer sich von den Benachrichtigungen nicht belästigt fühlt. Am Besten ist es, wenn die Benachrichtigungen nur versandt werden, wenn sie eine hohe momentane Relevanz für den Benutzer haben. Dies kann zum Beispiel zu einem bestimmten Zeitpunkt (z.B. ein Event beginnt) oder an einem bestimmten Standort (z.B. Bahnhof) geschehen.

Follow-up E-Mails Ein paar Tage nachdem sich ein Nutzer für einen Dienst registriert hat, kann ihm eine E-Mail mit Tipps zur Benutzung der App o.Ä. gesendet werden. Auch hier ist das Ziel, ihn zur Rückkehr zur App zu motivieren.

Standortbezogene Meldungen Werden iBeacons in der App verwendet, wird die App auf dem Sperrbildschirm des Gerätes angezeigt. Dies holt den Nutzer in die App zurück und stellt gleichzeitig sicher, dass die Meldung zum Zeitpunkt des Anzeigens für den Nutzer eine gewisse Relevanz hat.

SCHLUSSWORT

In unseren kurzen Blogs können wir natürlich längstens nicht auf alle Aspekte des Onboardings eingehen – denn damit kann man ganze Bücher und Webseiten füllen. Wir können Samuel Hulick's Webseite und E-Book auf useronboard.com empfehlen. Der UX-Experte nimmt diverse Apps auseinander und kommentiert den Onboarding-Prozess. Dabei kann man sehr viel über gute und schlechte Ansätze des Onboardings lernen.

Als Abschluss möchten wir euch zwei gute Beispiele mit auf den Weg geben: Hier geht's zu zwei von Hulick's Analysen:

IF by IFTTT Quartz

Happy Onboarding und happy Users wünscht
– Apps with love

Alain Stulz

Alain Stulz

iOS Development

Junior iOS-Entwickler mit erweiterten Fähigkeiten. So beherrscht er eigentlich alles, was Strom frisst und nebenbei macht er auch noch den Bachelor of Science an der Uni Bern. Unser Ass im Ärmel!

Das könnte dich auch interessieren

Play & Error - Wie unser Unternehmen fit und gesund bleibt
25. Oktober 2017

Play & Error - Wie unser Unternehmen fit und gesund bleibt

Ein Unternehmen braucht keine Wachstumsstrategie sondern eine Kulturstrategie. Wer als Team die Firma weiterentwickelt hält sie gesund und fit.

13. Oktober 2017

Helsana+ Bonusprogramm: Der Weg ist das Plus

Mit dem Ziel ein nachhaltiges Plus im Leben bestehender Kunden zu schaffen, hat Helsana das Helsana+ Bonusprogramm mit Apps with love entwickelt.

App Marketing Loop von Apps with love
29. September 2017

App Store Optimierung – mit der richtigen Strategie zum Erfolg

Durch App Store Optimierung (ASO) erreicht man mehr potentielle App User und erhöht die Conversion-Rate. Dein ultimativer Guide für ASO.

carvelo2go blog titelbild
07. September 2017

carvelo2go App – mit 3 Tabs zum nächsten Cargobike

Die carvelo2go App ermöglicht Endkunden ganz einfach via App Cargobikes zu suchen, zu reservieren & Buchungen zu verwalten. Ein App Projektbericht...

User Research Workshop von Apps with love in Murten
13. Juli 2017

User Research in der App-Entwicklung - Unsere Erfahrungen

Die Apps with love User Researcherinnen Julia Klammer, Milena Rutz und Alexandra Tanner blicken auf ein Jahr angewandte Nutzerforschung zurück.

Lohnmodell von Apps with love
12. April 2017

Dieses Lohnmodell macht Lohnverhandlungen überflüssig

Löhne werden oft verhandelt wie auf dem Teppichbasar. Unser neues Lohnmodell fördert Transparenz und Gleichberechtigung im Personalwesen.

Apps with love Know How für die App Entwicklung
20. Januar 2017

7 entscheidende Tipps für eine erfolgreiche App

Die App-User Experience, der Mehrwert im Kontext, das Projektteam, oder deine Denkweise sind wichtige Erfolgsfaktoren für die App Entwicklung.

18. Juli 2016

Vorteile von User Research in der App Entwicklung

Die User im Fokus - Wie Apps with love User Research systematisch und kontinuierlich in die App Entwicklung integriert.

Apps with love Teamwork und Kultur
19. Juni 2016

WIE EIN KULTURELLES RÜCKGRAT JEDES UNTERNEHMEN STÄRKEN KANN.

Erfolg misst sich nicht nur an Wachstum und vollen Auftragsbüchern. Wir haben ein regelmässiges Kultur Board eingeführt mit erstaunlichen Ergebnissen.

21. April 2016

PATROUILLE DES GLACIERS APP - SPITZENSPORT FÜR DIE ENTWICKLER

Die Patrouille des Glaciers ist nicht nur sportlich gesehen ein sehr hartes Rennen, sondern auch für die Entwickler eine Art Marathon.

18. Februar 2016

EINTAUCHEN IN DIE WELT DES USERS BEFRUCHTET DIE KONZEPTION

Mit der App HORNUSSEN wird eine neue Kommunikations- und Informationsplattform für den EHV geschaffen.

07. Februar 2016

DER ERSTE EINDRUCK ZÄHLT – USER ONBOARDING TEIL 1

Rund die Hälfte der App-User öffnet eine App kein zweites Mal! Was kann man dagegen tun? Die Antwort liegt beim App User Onboarding.

23. Januar 2016

PROTECT YOUR APPLICATIONS' GUTS

Software protection is a topic that is becoming increasingly important, especially since the emergence of ubiquitous and mobile computing.

03. Dezember 2015

DESIGN VS. TECHNOLOGY

Sind programmierende Designer die besseren Interaction Designer? Sind gestaltende Programmierer die besseren Interface Programmierer? App Knowhow

22. Juni 2015

APP VERMARKTUNG – MIT SYSTEM ZUM ERFOLG

Wer eine App anbietet, muss diese auch aktiv vermarkten. Wie dies am besten funktioniert und welche Schritte nötig steht in diesem Blogbeitrag.

11. November 2014

IN 7 SCHRITTEN BIS ZUR APP - ENTWICKLUNGSPROZESS

Existierende Denkrichtungen und Ansätze im Projektmanagement sind nicht schlecht. Wir haben jedoch unseren eigenen App Entwicklungsprozess designed.

04. August 2014

DIE WETTER-ALARM APP ERHÄLT EIN NEUES KLEID

Zu Beginn dieses App-Projektes wurde in mehreren Workshops & Kundenbefragungen der Status Quo analysiert. Dann wurde Konzept & App Design entwickelt.

04. Oktober 2013

"BIMANO" DER BOULDER-GUIDE FÜR DIE HOSENTASCHE

Konzipiert mit lokalen Kletterern, ist Bimano der mobile Guide für Bouldering Orte in der Schweiz und Europa.