Tools, Technologien und Tricks, die das Leben als Entwickler*in vereinfachen

24. Februar 2026 - von Yannick Pulver

In den eingespielten Prozessen der täglichen Arbeit arrangiert man sich oft mit kleinen, aber nervigen «inconveniences». Doch oft gibt es einfache Lösungen und Tools, die das (Arbeits-)Leben vereinfachen können. Fällt mir zum Beispiel ein Prozess auf, welcher ich repetitiv immer wieder machen muss, so versuche ich ein Tool dafür zu finden oder gar selbst eines zu bauen - ganz nach der Apps with love Vision «Wir vereinfachen den Menschen das Leben».
In diesem Blog will ich auf einige Tools eingehen, welche ich selbst nutze und teils auch selbst entwickelt habe. Sie machen den Alltag für mich als Entwickler einfacher und könnten entsprechend auch für viele andere spannend sein.

Blip

Dateiübertragung, so wie dies mit Airdrop zwischen iPhone und Mac funktioniert, war lange etwas, was mir als Android- und Macbook-Nutzer gefehlt hat. Das Tool Blip schafft hier Abhilfe und funktioniert praktisch auf allen Plattformen. Teilweise überträgt Blip sogar schneller als das hauseigene Airdrop. Sind die beiden Geräte im gleichen Netzwerk, werden die Dateien lokal gesendet — ansonsten übers Internet. Ein Tool welches ich täglich verwende und einfach unglaublich gut in die Plattformen integriert ist. Für die private Nutzung ist es kostenlos und man kann damit sogar Dateien an Freund*innen versenden.

Screenshot eines macOS-Desktops mit ausgewählter Bilddatei und hervorgehobenem Menüpunkt "Blip" im Kontextmenü

Raycast

Ein Tool der Tools. Raycast ist in erster Linie eine Spotlight Alternative. Spotlight ist die systemweite Suche auf Mac für Apps, Dateien, Einstellungen und mehr. Das alles bietet Raycast ebenfalls, aber noch viel viel mehr. Durch First-Party und Community Plugins kann die Funktionalität von Raycast schier grenzenlos erweitert werden. Das Beste dabei: Für jede Funktionalität kann ein Systemweiter Shortcut definiert werden. So habe ich nun Shortcuts, welche mir einen Task in meiner Todo App erstellen, meine Lichter steuern oder digitale Konfetti über meinen Desktop werfen. Diese funktionieren dann immer und überall, egal in welchem Programm du dich gerade befindest. 

Raycast Searchbar

Ein paar meiner Lieblings Funktionen:

  • Wenn ich Raycast öffne (per Command + Space) kann ich direkt mit “Enter” dem nächsten Meeting in Google Meet, Teams & Co. beitreten

  • Clipboard History

  • Confetti: Wirft Konfetti über den Desktop

  • Emoji Picker (Meine Lieblingsfunktion: wenns für das eingegebene Wort kein Emoji gibt, wird per AI nach passenden Emojis gesucht)

  • Raycast AI (kleiner AI Chatbot für tägliche Fragen)

Und Third Party Plugins welche ich oft nutze: 

  • Hue: Lichtsteuerung für meine Lichter

  • Iterm: Terminal an dem aktuellen Finder Pfad öffnen

  • Sublime: Sublime Text an dem aktuellen Finder Pfad öffnen

  • Coffee: Verursacht das mein Macbook für gewisse Zeit nicht in den Ruhezustand geht

Raycast Emoji Picker
Raycast Clipboard History
Raycast Lichtsteuerung

Raycast vereint ganz ganz viele Tools, welche ich sonst als einzelne Programme hätte installieren müssen. Es gibt mir zudem die Möglichkeit, all diese Tools per Shortcuts unglaublich schnell aufzurufen. Bonus: Raycast Wrapped als Stats for Nerds am Ende des Jahres.

Raycast wrapped - Statistiken der Raycast Nutzung

Claude Code

Wer als Entwickler*in arbeitet, kommt derzeit wohl um Claude Code nicht herum. Claude ist das LLM Angebot von Anthropic (ähnlich zu ChatGPT von OpenAI oder Gemini von Google) und kann via Claude Code im Terminal bedient werden. Claude kann so direkt auf die Datenstruktur zugreifen und mit Tools effizient die nötigen Dateien finden. Dadurch ist Claude Code aktuell sehr populär, um als Entwicklungspartner beim Entwickeln zu helfen.  

Da Claude aber auf allerlei Dateien zugreifen kann, können damit auch jede Menge sonstige Aufgaben bewältigt werden. Diese grossen LLMs wurden nunmal auf allerlei Wissen trainiert und nicht nur auf Code. In den letzten Wochen habe ich Claude gefragt, meinen Desktop aufzuräumen, zu schauen, ob ich alle Fotos von meiner SD auf den Laptop kopiert habe oder warum meine Internetverbindung nicht gut funktioniert. Dazu habe ich zahlreiche eigene Tools gebaut und Ideen umgesetzt. Diese findest du auch in meinen github Repositories.

Diese Beispiele waren auch bisher mit dem nötigen Wissen, technischen Kenntnissen und viel Zeit möglich. Mit Claude Code kann ich nun natürliche Sprache verwenden und das Tool findet dann die nötigen technischen Befehle selbst heraus. Anstatt eine Idee aufzuschreiben und zu vergessen, kann ich diese nun innert Stunden (oder gar Minuten) prototypen. Es braucht aber ein ganz neues Mindset, um Tools wie Claude Code für solche Aufgaben überhaupt in Betracht zu ziehen.

PS: Für das Titelbild habe ich Claude Code gebeten alle nötigen Icons der im Blog erwähnten Tools herunterzuladen, diese auf einer Website darzustellen und schliesslich davon einen Screenshot zu machen.

Mole

Mole habe ich kürzlich entdeckt. Haltet meinen Mac sauber, open-source und funktioniert genauso gut oder sogar besser als viele Programme, welche es als Geschäftsmodell nutzen. Sehr praktisch, um den Speicherplatz der ganzen Android / iOS Caches, welche bei der Entwicklung entstehen, zurückzuholen.

Toggl2Float

Ein kleines Tool, welches ich gebaut habe, um mir die Zeiterfassung zu vereinfachen. Es synchronisiert Projekte von Float (Planungstool bei Apps with love) in Toggl (Zeittrackingtool meiner Wahl) und dann die Zeiteinträge wieder zurück. Bonus: Synchronisation der Zeiteinträge zu Atlassian, da die Zeiterfassung je nach Projekt zusätzlich auch dort gewünscht ist. Die Erstellung solcher Tools ist heutzutage einfacher denn je. Manuelle Abläufe wie die Zeiterfassung lassen sich zu gewissen Teilen automatisieren.

Screenshot von Toggl2Float

Anmerkung: Gebaut habe ich das Tool mit Kotlin Multiplatform & Compose Multiplatform. Grundsätzlich fast derselbe Techstack, den wir auch für Android Entwicklung nutzen, jetzt aber Cross Platform für alle gängigen Plattformen. Dazu sollte es eigentlich auch schon lange mal einen Blogbeitrag geben 😉 (Editors Note: The Apps with love Marketing Team agrees 🙂)

Node Red / N8N

Schon lange haben wir Node Red auf verschiedenen Raspberry Pi’s im Einsatz. Mit Node Red können Abläufe à la if-this-then-that gebaut werden. Wir verwenden es hauptsächlich, um unsere Kultur zu fördern. So läuft z.B. unser Geburtstags-Bot und Jubiläums-Bot darüber und versorgt uns pünktlich im Slack mit den Momenten zum Zelebrieren. Neuerdings verwenden wir auch N8N, welches ähnlich funktioniert, aber in einem wesentlich neueren Interface daher kommt.

Screenshot eines Node Red-Flows für den Apps with love Jubiläumsbot
Screenshot eines Automatisierungs Workflows für den Apps with love Geburtstagsbot

Camera RawX

Mit Fotografie als Hobby brauche ich viel Speicherplatz. Auf neuen Kameras können die RAW Bilder oft in «verlustfrei komprimiert» gespeichert werden. Das spart zwar Speicherplatz, aber ab dann können Bilder oft nicht mehr im Finder auf dem Mac direkt angeschaut werden. Die kleine Extension «Camera RawX» bietet Abhilfe und lässt die Bilder wie magisch im Finder anzeigen, als ob das von Haus aus unterstützt würde. Ein perfektes Beispiel für ein Tool for life: Das eigentliche Tool unterstützt den Prozess, rutscht in den Hintergrund und arbeitet eigentlich unbemerkt.

Ice

Ich mag meinen Desktop aufgeräumt. Wenn nichts auf dem Desktop ist, dann ist eine vollgestopfte Menubar umso störender. Abhilfe schafft «Ice», damit kann ich ganz leicht alle Elemente in «Sichtbar», «Versteckt» und «Immer Versteckt» einteilen. Die versteckten Elemente können nach Bedarf angezeigt werden und alle, die ich nie sehen will (aktuell bei mir 13 Elemente), packe ich in die «Immer Versteckt» -Section.

Screenshot des Tools Ice, das hilft, die Menubar zu organisieren

Honorable Mentions

  • MonitorControl: Zum Einstellen der Bildschirmhelligkeit eines externen Monitors

  • Magnet: Windowmanagement

  • Onyx: Kleines Powertool für diverse Maintenance Tasks für den Mac

  • Shottr: Für schöne Screenshots

Einsatz mit Bedacht

Viele der hier erwähnten Tools müssen für ihr Funktionieren relativ umfangreiche Berechtigungen haben. Ein Tool wie Blip muss logischerweise die ausgewählten Files lesen und schreiben können, Raycast ist tief in das System integriert und kann theoretisch alles mitlesen, was auf meinem Computer passiert. Das bedeutet nicht per se, dass diese Tools gefährlich sind. Aber bei jedem Einsatz von Software gilt es zu prüfen, was genau sie macht und das Risiko zu beurteilen, ob zum Beispiel ungewollt Daten irgendwohin kommen könnten, wo sie nicht hingehören. Wichtig ist also, Tools nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen. Zur Risikobeurteilung gehört es auch, sich Reviews anzusehen, Lizenz und Datenschutzbestimmungen zu prüfen und manchmal kann es sinnvoll sein, sich den einen oder anderen Gedanken zum Business-Modell der Firma hinter dem Tool zu machen.

Dasselbe gilt noch mehr für Tools wie Claude Code oder N8N: Damit etwa Claude Code wirklich effizient eingesetzt werden kann, benötigt es umfangreiche Berechtigungen. Mit N8N ist es einfach Schnittstellen anzubinden, die dann Daten aus anderen Quellen laden können. Hier ist also gewisse Vorsicht geboten.

Was sind deine Tools der Wahl?

Diese (nicht vollständige) Sammlung von Tools hilft, Prozesse zu erleichtern, die sonst etwas umständlicher sind. Dadurch kann ich mich auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren. Dank AI-Tools wie Claude Code befinden wir uns nun in einer Zeit, in der es einfacher ist denn je, kleine Tools für sich selbst zu bauen - wenn man weiss wie.

Kennst du ein Tool, welches mir noch fehlt? Oder hast du eine Idee für ein neues Tool oder einen Prozess, den du mit einer eigenen Software vereinfachen willst? Dann lass es mich oder uns wissen!